Re: Beim Spielen wieder Platz in der Lunge schaffen
[Forum: Didgeridoo Allgemein]
Geschrieben von GöG am 28. Februar 2010 16:35:32:
Als Antwort auf: Beim Spielen wieder Platz in der Lunge schaffen geschrieben von Gerhard Hagerer am 23. Februar 2010 00:42:38:
Hallo Gerhard,
die von Dir beschriebenen Methoden würden Dich in Zukunft immer einschränken, weil Du für solche Ausnahmesituationen den rhythmischen Fluss verlieren könntest. Deine letzte Erkenntnis, das Atmen als festen Teil in den Rhythmus einzubeziehen, war gut und auf die können wir im folgenden aufbauen.
Meiner Meinung nach wirst Du ohne zirkuläres ausatmen durch Die Nase immer in Deinen Möglichkeiten eingeschränkt sein. Daher zähle ich das Abatmen zu den wichtigsten Grundpfeilern einer soliden Basis. Erst seit das Abatmen für mich so beiläufig läuft, wie z.b. das Kuppeln und Schalten beim Autofahren, fühle ich mich beim Spielen richtig frei. Das erlaubt mir jeden Rhythmus in jedem Tempo zu spielen, weil das Atmen wie ausgekoppelt nebenher läuft. Würde doch ein Sauerstoffdefizit entstehen, weil ich z.b. durch eine Ablenkung das Atmen für einen halben Takt vergessen hab, dann atmet "es" im Folgetakt kurz ein paar mal ein und aus und das Problem löst sich in Luft auf. Wenn Du die Möglichkeit nicht hättest, dann würdest Du das Defizit bis ans Ende Deines Songs mit Dir rumschleppen!
Wenn Du in jeder Rhythmuswendung atmest, (zumindest die Bereitschaft dazu sollte Selbstverständlich sein) dann ändert sich ja logischerweise Deine Atemfrequenz mit dem Tempo vom Rhythmus. Spielst Du schnell, oder sehr kurze rhythmische Wendungen, dann atmest Du ja immer öfter, was schnell zur Folge hätte, daß Du Dich mit Luft vollpumpst und Dir der Sauerstoff ausgeht.
Hier ein kurzer Didgeridoo Crashkurs zum Abatmen als Anregung:
1. Das zirkular- Abatmen kostet erst mal etwas mehr Überwindung als das Einatmen, aber deshalb solltest Du Dich auf keinen Fall gleich davon abschrecken lassen! Schon das Wort Abatmen finde ich missverständlich, da man es wie ein aktives Ausatmen verstehen könnte. (kann man mit etwas Übung auch, aber erst mal gar nicht daran denken) Hilfreicher ist die Vorstellung Überdruck durch die Nase auf "Null" abzulassen, das reicht schon zum Ausgleich.
2. Je größer der Bedarf, desto leichter wird es Dir fallen Dich zu überwinden Überdruck durch die Nase abzulassen. Davon können wir noch profitieren!
3. Wenn Du im Vorfeld einer Übung bereits entschieden hast, wann und wie oft Du ein und ausatmest, dann lenkt Dich diese Entscheidung während des Spiels schon nicht mehr vom Wesentlichen ab.
Z.B: Drei mal einatmen und einmal ausatmen. Das kann genauso gut 4/1 2/1 1/1 sein. Entscheide für Dich frei, aber bleibe bei der Entscheidung wenigstens für eine Minute Übungszeit.
4. Wähle eine kompakte Rhythmuswendung damit Deine Atemfrequenz hoch ist. Der Link unten führt zu Spielanleitungen auf meiner Webseite. Eine kurze Version der ersten Spielanleitung würde sich dafür als Basis anbieten. (Goljo)
Ist diese Phrase noch zu lang, dann spiele sie entweder schneller, oder verkürze die Wendung. Z.B: Doo atmen Doo atmen Doo atmen Doo abatmen usw. (am besten gleich trocken üben!)
Gehen wir mal von drei mal einatmen und ein mal ausatmen aus. 3/1
Jetzt kannst Du Punkt 2. verstärken in dem Du beim 3 einatmen absichtlich zu viel Luft schnappst, das hilft Dir, Dich beim 4 mal zu überwinden den Überdruck zirkulär durch die Nase abzulassen.
Mit ein paar Wochen Übung wird "Es" bald wie selbstverständlich ein und ausatmen. So wie es der Natur deines Körpers entspricht. Um zu demonstrieren was damit alles möglich ist, lasse ich lieber meine Musik für mich sprechen. Z.B. bei meinem Song "Drum & Drone" (der aus 3 verschiedenen Atemtechniken "gestrickt" ist, habe ich in jedem Takt 5 Zeitfenster, wahlweise ein und auszuatmen. (Natürlich hat man letztendlich mit allen Möglichkeiten die Freiheit, ein, aus, flach, oder wahlweise über ein 1/4 gar nicht zu atmen.)
Es gibt noch ein paar Kleinigkeiten woran es scheitern könnte, die sind meist individuell und lassen sich schlecht in wenigen Sätzen verallgemeinern.
Sollte dies der Fall sein, kannst Du mich gerne über meine Webseite kontaktieren. Das gilt natürlich für alle Leser!
Viel Spaß!
GöG
>Hallo zusammen!
>Ich habe eine Frage zur Atmung. Wenn ich Didgeridoo spiele atme ich währenddessen etwas Luft aus (logisch). Durch Zirkularatmung bekomme ich die Lunge wieder voll. Jetzt dauert es aber ewig, bis wieder etwas Luft aus der Lunge draussen ist. Wie kriegt ihr das in den Griff?
>Ich habe zwei Techniken entwickelt, um schneller Platz in der Lunge für neue Luft zu machen:
>1. Mit viel Luftdruck spielen. Dadurch verändert sich aber der Didg-Ton hörbar.
>2. Luft an den Mundwinkeln entweichen lassen. Das hört man aber als Zuhörer.
>Freue mich auf eure Antworten! Bin für weiterführende Links (auch zu evtl. Doppelposts) dankbar!
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